Herrenlose Tiere importieren

08. Jul. 2009 Beim Anblick einer abgemagerten Katze am Strand oder eines verwahrlosten Hundewelpen in der Grünanlage einer südländischen Großstadt schlägt so manches Menschenherz Alarm. Da lassen sich Urlauber schon mal dazu hinreißen, das Tier mit nach Hause zu nehmen. Doch das ist weder einfach noch ungefährlich. Die Tierärzte der Fachmarktkette Fressnapf raten daher von solchen Mitbringseln ab.

Herrenlose Tiere haben oft mit Parasiten, Infektionen oder chronischen Krankheiten zu kämpfen. Die auch für Menschen lebensbedrohliche Leishmaniose ist zum Beispiel bei Hunden nur schwer nachweisbar, solange sie nicht ausgebrochen ist. Ist das Tier erst einmal eingeführt, kann es hierzulande den Erreger verbreiten. So können auch Zecken oder die Tollwut ungehindert Grenzen überwinden. Aus diesem Grund gibt es, gerade auch in puncto Tollwut, strenge Einreisebestimmungen für Vierbeiner aus EU- und Nicht-EU-Staaten. Sie stellen für kurz entschlossene Urlauber oft unüberwindbare, teure Hürden dar. Schlimmstenfalls wird das Tier vom Zoll beschlagnahmt und landet in Quarantäne, im Tierheim oder in der alten Heimat.

Tierliebe Urlauber suchen sich also besser Verbündete in ihrer Reiseregion. Sie können sich z.B. an die Hoteldirektion wenden, um gemeinsam eine Lösung zu finden. Oder man nimmt direkt mit einer Tierschutzorganisation vor Ort Kontakt auf, die man mit einer Spende unterstützt. Das geht im Übrigen auch von Deutschland aus über kooperierende Tierheime. Eine Liste mit ausländischen Tierschutzvereinen findet sich unter www.tierschutzbund.de/166.html im Internet. (News-Reporter.NET/SV)