Ältere Menschen sollten sich vor der Buchung ihrer Reise nicht nur ausführlich über den Urlaubsort, sondern vor allem über die dortigen Klimabedingungen informieren.

Ratgeber Urlaub: Tipps für chronisch Kranke und ältere Menschen

12. Mai. 2010 Gehen chronisch Kranke oder ältere Menschen auf Reisen, müssen sie ein paar besondere Dinge beachten. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, muss bei Urlauben mit Zeitverschiebungen die Einnahme anpassen. Für den Aufenthalt sind ausreichend Arzneimittel mitzunehmen. Außerdem sollte geklärt werden, ob die Beschaffung von Medikamenten auch vor Ort möglich ist. Die medizinische Betreuung etwa durch Krankenhäuser im Zielgebiet ist sicherheitshalber ebenfalls vorab zu prüfen. Denn so kann gewährleistet werden, dass im Notfall schnelle Hilfe zur Seite steht.

Verreisen zum Beispiel Diabetiker, sollten sie alle wichtigen Utensilien in ausreichender Menge für die gesamte Urlaubsdauer dabei haben. Dazu zählen Blutzuckermessgerät, Messstreifen zum Blutzuckermessen, Insulin samt Penkanülen, Stechhilfe mit Lanzetten, Insulinspritzen, Azetonteststreifen, blutzuckersenkende Tabletten, Traubenzucker und Glukagon-Spritz-Set für den Notfall. Die notwendigen Medikamente sind während der Reise im Handgepäck unterzubringen, damit sie im Notfall griffbereit sind. Das ist auch bei kurzen Flügen zu beachten, da die Temperaturen im Flugzeug-Frachtraum manchmal so niedrig sind, dass die Arzneimittel gefrieren und somit ihre Wirkung verlieren können. Es ist aber auch darauf zu achten, dass beispielsweise Insulin und Glukagon nicht bei zu hohen Temperaturen gelagert werden. Die Mittel sind am besten kühl zu lagern, möglichst zwischen zwei und acht Grad Celsius. Hierfür sind spezielle Taschen mit Kühlelementen aus dem Fachhandel für Diabetikerbedarf gut geeignet.

Außerdem müssen Diabetiker ihre Dauermedikation bei über mehrere Zeitzonen reichenden Fernreisen entsprechend anpassen. Das gilt vor allem für Typ-I-Diabetiker. Sie können Zeitverschiebungen bis vier Stunden durch kurz wirksame Insuline ausgleichen. Als Faustrege gilt: Die Insulindosis, die innerhalb von 24 Stunden gespritzt werden muss, wird um den Bruchteil verändert, der sich aus der Zeitverschiebung ergibt. Wer zum Beispiel über sechs Zeitzonen Richtung Osten fliegt, sollte am Flugtag seine normale Dosis um ein Viertel reduzieren. Reisende in Richtung Westen müssen ihre Dosis entsprechend erhöhen. Der Blutzuckerspiegel ist alle drei Stunden zu überprüfen, das gilt auch für Typ-II-Diabetiker. Die Gefahr einer Unterzuckerung ist nicht während des Fluges, sondern in der folgenden Nacht am größten. Daher ist vor dem Schlafengehen ein Check des Blutzuckers vorzunehmen.

Ältere Menschen sollten sich vor der Buchung ihrer Reise nicht nur ausführlich über den Urlaubsort, sondern vor allem über die dortigen Klimabedingungen informieren. Im Alter braucht man in aller Regel mehr Zeit, sich an veränderte klimatische Bedingungen, wie zum Beispiel größere Hitze oder höhere Luftfeuchtigkeit, zu gewöhnen. Bei Fernreisen sind die zum Einsatz kommenden Verkehrsmittel zu berücksichtigen, beispielsweise belasten Langstreckenflüge ohne Zwischenstopps den Kreislauf stärker, und die Thrombosegefahr steigt. Hierbei können Stützstrümpfe und Fußgymnastik hilfreich sein. Ist man mit dem Auto unterwegs, ist die Reiseroute so festzulegen, dass möglichst nach jeder Stunde eine Erholungspause eingelegt werden kann. Das ist wichtig für Körper, Geist und Reaktionsvermögen.

Bei Sonne und Hitze müssen ältere Menschen darauf achten, genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Das Durstgefühl ist bei ihnen nicht mehr so ausgeprägt wie bei jungen Personen, doch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist unerlässlich. Sonst nimmt die Leistungsfähigkeit ab, Haut und Schleimhäute trocknen aus und Infektionen der Harnwege sowie Verstopfung werden gefördert. Gerade unter südlicher Sonne bei ausgiebigen Städtetouren gerät man schnell ins Schwitzen und verliert viel Flüssigkeit. Daher ist es äußerst wichtig, viel zu trinken. Am besten eignen sich stille Mineralwässer oder Tees. Bei Hitze gilt es, Anstrengungen zu vermeiden. Spaziergänge und körperliche Aktivitäten sind in die Morgen- beziehungsweise Abendstunden zu verlegen. Den Sonnenstrahlen sollte man sich nicht zu lange aussetzen, denn zu große Hitze mit hoher Luftfeuchtigkeit kann bei älteren Personen schnell zum Kollaps oder Hitzeschlag führen. Deshalb ist ein ausreichender Sonnenschutz zu tragen.

Wird eine sorgfältige Reisevorbereitung durchgeführt und werden wichtige Regeln vor Ort eingehalten, steht der schönsten Zeit im Jahres für chronisch Kranke und älteren Menschen nichts mehr im Wege. mp/al